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2007-08-10  

Vorbildrolle für strahlende Kinderaugen von Venusberg

Zschopauer Jungprofi Marcus Burghardt schlug Gehaltsverzicht vor

Chemnitz. Marcus Burghardt gehört zur hoffnungsvollen Generation junger Radprofis, die offen mit der Dopingproblematik umgeht. Beim 24-jährigen Zschopauer, der bei der Tour de France mit einer offensiven Fahrweise überzeugte, fragte Thomas Prenzel nach.
Freie Presse: Wann haben Sie erfahren, dass T-Mobile dem Radsport weiter treu bleibt und was empfanden Sie dabei?
Marcus Burghardt: Mir ist natürlich ein Riesen-Stein vom Herzen gefallen, als ich das ein paar Stunden vor der Pressekonferenz in Saarbrücken erfahren hatte. Zuvor gab es nur Signale seitens der Teamleitung, dass es gut aussieht.
Freie Presse: Es geht weiter, aber Sie müssen künftig auf etwas Gehalt verzichten. Stört Sie das sehr?
Burghardt: Nein, der Vorschlag kam sogar von mir, und vielleicht auch noch von anderen Fahrern. Ich bin im Trainingslager in den Pyrenäen auf Teamchef Bob Stapleton zugegangen und habe ihm vorgeschlagen, uns Profis finanziell im Anti-Doping-Kampf zu beteiligen. Ich denke, dass wir dadurch etwas tun können, die Glaubwürdigkeit unseres Sports wieder herzustellen.
Freie Presse: Inwiefern?
Burghardt: Na ich zahle jetzt quasi meine Dopingkontrollen selbst. Da muss man schon total doof sein, wenn man da noch manipuliert. Ich finde es gut, dass wir Rennfahrer gehört werden.
Freie Presse: Ist denn dem Radsport überhaupt noch zu helfen, wenn einer wie Andrej Kaschetschkin zwei Tage nach der Tour de France positiv auf eine Bluttransfusion getestet wird?
Burghardt: Für mich ist das pervers. Solche Egoisten machen unseren Sport kaputt und sie sind sich ihrer Vorbildrolle nicht bewusst. Wenn ich zu meinem Heimatverein nach Venusberg komme, dann schaue ich dort in strahlende Kinderaugen. Wie sollte ich das den jungen Radsportlern erklären, wenn irgendwann mal in der Zeitung steht, dass ich positiv getestet bin? Nein, es gibt so viele Fans, die uns nacheifern. Ihnen gegenüber haben wir eine Verantwortung.


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