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2007-08-10  

Ein Talent auf Rekordjagd

Radsport: Ehrenfriedersdorfer Lukas Steidten will im Verein neue Bestmarke setzen

Von Andreas Bauer

Ehrenfriedersdorf. In seiner Freizeit ist Lukas Steidten gelegentlich an seiner Playstation zu ertappen. In imaginären Autos jagt er dabei über die Piste. "Aber das ist nicht mein Lieblingshobby", stellt der elfjährige Ehrenfriedersdorfer sofort klar. Denn viel lieber spürt er die Geschwindigkeit am eigenen Leib. Er genießt es, wenn er als Straßenradrennfahrer des RSV 54 Venusberg unterwegs ist und der Wind ihm ins Gesicht weht.

Oft ist Steidten bei Wettkämpfen so schnell unterwegs, dass ihn keiner schlagen kann. 25 Siege stehen für ihn in dieser Saison bereits zu Buche, darunter sächsische Meistertitel auf der Bahn, beim Kriterium und auf der Straße. Den bisherigen Vereinsrekord seines Freundes und Trainingspartners Martin Bauer hat der Blondschopf damit schon eingestellt. Morgen will er ihn endgültig knacken. Dann tritt der RSV-Fahrer als einziger Vertreter seines Clubs bei einem Rennen nahe Nürnberg an. Das 4. Altdorfer Kirchweih-Kriterium würde Steidten gern gewinnen - ohne Hilfe von oben, ohne intensive Vorbereitung und vor allem ohne Doping.
"Mit meinen Eltern war ich zuletzt auf der Insel Rügen. Da ist das Training etwas kürzer gekommen", gesteht der Hobby-Fußballer, der durchschnittlich an vier von fünf Wochentagen in die Pedale tritt. Die Bräune seiner Haut, die er sich bei jährlich etwa 5500 Kilometern im Sattel unter freiem Himmel holt, dehnte sich am Strand von den Armen und Beinen auf den ganzen Körper aus. Aber selbst an der Ostseeküste spielte der Radsport eine wichtige Rolle. Über die Tour de France hielt sich der Elfjährige stets auf dem Laufenden: "Als ich Winokurov bei seinem Etappensieg sah, und er sich überhaupt nicht anstrengte, konnte ich mir gleich denken, dass er gedopt war." Die NachÜberführung von Iban Mayo habe ihn dagegen schon überrascht.

Trotz der aktuellen Ereignisse sei Doping weder unter Freunden noch während des Trainings ein Thema. "Wir reden nicht über solchen Blödsinn, sondern fahren, weil es uns Spaß macht", erklärt Steidten. Das Nachwuchstalent hält an seinem Vorbild Erik Zabel fest. Für ihn ist es nach wie vor eine Traumvorstellung, wie Vereinskamerad Marcus Burghardt den Sprung in den Leistungssport zu schaffen.

Noch hat sich Steidten nicht für den Wechsel von der örtlichen Mittelschule an die Chemnitzer Sportschule entschieden. Als Traumberufe nennt er Polizist und Kfz-Mechaniker. Polizist, weil sein 1,93 Meter großer Vater als solcher arbeitet und Lukas gern dem beim RSV als Trainer aktiven Senior nacheifert. Von ihm hat er auch die optimale Radsportler-Größe. Mechaniker würde der schon 1,65 Meter große Junge gern werden, um später in einem flotten, selbst eingerichteten Auto unterwegs zu sein. Momentan hat er dafür noch die Playstation.


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