
Nicht nur die Sieger strahlen
Auszeichnungsveranstaltung der Talentewahl 2009 in Pockau kommt bei Nachwuchssportlern gut an
Von Andreas Bauer
Pockau. Überraschte Sieger, spektakuläre Fahrradmanöver, mitreißende Trommelklänge und Kletterspaß in luftiger Höhe - Mit einer bunten Auszeichnungsfeier ist am Samstagnachmittag in der Pockauer Strobel-Mühle die Talentewahl 2009 des mittleren Erzgebirges zu Ende gegangen. Strahlende Gesichter gab es nicht nur bei denjenigen, die in den Kategorien Mädchen, Jungen und Mannschaften einen der jeweils drei Pokale und damit auch Prämien der Sparkassenstiftung "Mittleres Erzgebirge" überreicht bekamen. Alle Beteiligten genossen die reichlich vier Stunden, die in der Kletterhalle ausklangen.
Im Gegensatz zur Vergangenheit, als die Wahl der Sportler des Jahres zusammen mit den Erwachsenen organisiert wurde und die Gala stets zu später Stunde stattfand, war der Nachwuchs diesmal unter sich - begleitet natürlich von Eltern und Trainern. Kecke Sprüche sollten also nicht aus dem Mund erfahrener Aktiver, sondern von Kindern und Jugendlichen kommen. Und Moderatorin Heike Hünefeld tat alles, um sie ihnen zu entlocken. "Einfach schnell fahren", meinte beispielsweise die erst neunjährige Radsportlerin Lisa-Maria Weder auf die Frage nach ihrem Erfolgsrezept. Manche Talente mussten bei ihrem ersten Auftritt auf großer Bühne auch erst einmal kurz innehalten. Selbst wenn sie wie Skilangläufer Nick Fritzsch, der im Familienduell mit Vater und Trainer Danilo Schneeweiß lieber mit Platz 2 vorlieb nimmt, keine großen Töne spuckten, so war der Spaß in gemütlicher Runde jederzeit gegeben.
Zur Lockerheit trugen auch die Vertreter der Kreismusikschule des Erzgebirgskreises bei. Allein mit Schlaginstrumenten und lachenden Gesichtern wusste die Band "Grove Connection" das junge Publikum zu begeistern, das außerdem zwei Saxophonistinnen erlebte. Den lauten Klängen folgten stille Momente. So stockte allen kurz der Atem, als der sechsfache Fahrradtrial-Weltmeister Marco Hösel zwischen den Stuhlreihen 1,50 Meter hoch gestapelte Holzpaletten auf seinem Bike ersprang. "Mein Rekord liegt eigentlich bei 1,83 Meter, aber hier war es so eng, dass ich kein Risiko eingehen wollte und improvisieren musste", erklärte der Thalheimer, der trotzdem Spektakuläres zu bieten hatte. So "tänzelte" er mit seinem Hinterrad um und über den am Boden liegenden Skilangläufer Tom Reichelt, den zweiten prominenten Gast. "In Vancouver habe ich leider nicht mein Top-Niveau erreicht", berichtete der Heidersdorfer von seiner Olympia-Teilnahme, gab sich aber trotzdem kämpferisch: "Ich habe Mut daraus geschöpft. In vier vielleicht sogar auch in acht Jahren kann ich's ja nochmal versuchen." Schon jetzt suche Reichelt aber Sportler, die in seine Fußstapfen treten. Hoch hinaus wollten am Ende fast alle, da sich die meisten Anwesenden nach einer Stärkung am Buffet als Kletterer versuchten. Da war endlich auch Leichtathletin Jenny Ehnert mit von der Partie. Die Pobershauerin war mit Verspätung von einem Wettkampf zurückgekehrt und durfte sich in
Pockau über ihren zweiten Tagessieg freuen.

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