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2010-06-19  




Marcus Burghardt: Mir fällt ein Riesenstein vom Herzen


Tour de Suisse: Zschopauer gewinnt fünfte Etappe


Frutigen.Radprofi Marcus Burghardt hat sich eindrucksvoll zurück gemeldet. Der Zschopauer vom BMC-Team gewann gestern in überlegener Manier die fünfte Etappe der Tour de Suisse über 172,5 Kilometer von Wettingen nach Frutigen. "Mir fällt ein Riesenstein vom Herzen. Ich bin extrem glücklich, dass ich das geschafft habe", jubelte der 26-Jährige kurz nach der Entscheidung am Telefon. "Das ist auch so gut für die Motivation und die Moral", fügte er aufgekratzt hinzu. Seinen letzten Sieg hatte der Erzgebirger vor zwei Jahren
gefeiert, als er auf der 8. Etappe der Tour de France für eine der größten Überraschungen beim härtesten Radrennen der Welt sorgte.
Seither musste er mehrfach Rückschläge verkraften, warfen ihn auch Verletzungen und Krankheiten immer wieder zurück. Auch die bisherige Saison lief noch nicht wie gewünscht. Während der Kalifornien-Rundfahrt im Mai hatte er sich einen Armbruch zugezogen, der keine optimale Vorbereitung auf die Schweiz-Rundfahrt zuließ. Erst kurz vor dem Start erhielt er vom Arzt grünes Licht. "Als ich mir die Strecke vorher ansah, wusste ich, dass etwas passieren kann. Ich wollte unbedingt in einer Gruppe dabei sein, sah so eine Chance", schilderte Marcus Burghardt seine Herangehensweise.

Obwohl er sich bei Regen, der die Fahrer gestern die ganze Zeit begleitete, normalerweise überhaupt nicht wohl fühlt, ging er gleich die erste Attacke zehn Kilometer nach dem Start mit. Der Niederländer Martijn Maaskan (am Ende Zweiter), die Italiener Daniel Oss (Dritter) und Angelo Furlan sowie der Spanier Javier Aramendia fuhren zeitweise einen Vorsprung von mehr als sechs Minuten heraus. Am letzten Anstieg zehn Kilometer vor dem Ende fielen zunächst Furlan und Aramendia zurück. Kurz vor dem Ziel besaß Burghardt die größten Kraftreserven, um sich mit einem Spurt von seinen weiteren Kontrahenten abzusetzen.

Tony Martin vom Columbia-Team verteidigte das Gelbe Trikot des Spitzenreiters mit einer Sekunde Vorsprung vor dem Schweizer Zeitfahr-Olympiasieger und -Weltmeister Fabian Cancellara. Heinrich Haussler aus Freiburg, Sieger der zweiten Etappe, konnte nach dem Massensturz am Vortag nicht mehr antreten. (MM/sid)

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