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2010-06-19  




Trainer Fischer ganz aus dem Häuschen
Tour de Suisse: Zschopauer Marcus Burghardt krönt Alleinfahrt mit seinem zweiten Etappensieg

Wetzikon. Zweiter Coup von Marcus Burghardt: Der Zschopauer Radprofi landete gestern bei der Tour de Suisse seinen zweiten Etappensieg. Nach 204,1 Kilometern von Savognin nach Wetzikon krönte er eine Alleinfahrt über 55 km. Im Ziel hatte er eine Minute Vorsprung auf einen Verfolgertrio, das von Ex-Weltmeister Oscar Freire (Spanien) angeführt wurde. Den Zielstrich überquerte der 26-Jährige dabei strahlend mit einer Deutschlandfahne. Er war wohl gestern der Einzige, der diese überschwänglich schwenkte. "Eine ganz spontane Aktion, als ich einen Fan damit sah, hab ich sie mir einfach geschnappt", schilderte der Erzgebirger am Telefon im Gespräch mit "Freie Presse". Zu jenem Zeitpunkt konnte er noch nichts von der Niederlage der Fußball-Nationalmannschaft wissen...

Ganz aus dem Häuschen war zu Hause auch sein erster Trainer Klaus Fischer, der die Schlussphase aufgeregt am Fernseher verfolgt hatte. "Ich kann mich nicht erinnern, dass es schon mal einen Fahrer gab, der mit der Fahne ins Ziel kam. Das sieht man doch sonst nur in anderen Sportarten", staunte der erfahrene Coach und fügte hinzu: "Es ist absolut super, sensationell, wie Marcus, nachdem er so viel Pech hatte, bei dieser Tour fährt. Das hätte ich nicht erwartet." Für seine Schützlinge beim SV Venusberg und vor allem für die Mitglieder des Marcus-Burghardt-Junior-Teams sind die Triumphe ihres Vorbildes nun noch ein zusätzlicher Ansporn für die deutschen Straßen-Meisterschaften an diesem Wochenende. "Er hat uns jetzt ganz schön unter Druck gesetzt", schmunzelte Fischer.

Marcus Burghardt hatte bereits die fünfte Etappe gewonnen und sich nach dem bisher nicht gerade optimalen Saisonverlauf endlich wieder ein Erfolgserlebnis verschafft. Dabei und bei einem langen Gespräch danach mit seinem Entdecker tankte er viel Selbstvertrauen. Dennoch glaubte er selbst vor dem gestrigen Abschnitt nicht daran, dass ihm nochmals ein Sieg gelingen könnte. "Am Anfang lief es nach den beiden schweren Etappen auch sehr schlecht bei mir, ich wurde sogar abgehängt. Doch dann konnte ich mich im Regen wieder nach vorn kämpfen und in einer größeren Gruppe mitfahren. Ich merkte, dass es immer besser ging", berichtete Marcus Burghardt. Unter den Ausreißern wollte er eigentlich Matthias Frank, seinen Gefährten im BMC-Team, bestmöglich unterstützen. Doch dann ergab sich die Situation, dass er sich absetzen und schnell einen Vorsprung herausfahren konnte. Frank sorgte dann dafür, dass das "Loch" größer wurde, beteiligte sich natürlich auch nicht an der Verfolgungsjagd, die auch deshalb misslang. "Taktisch eine Superleistung von ihm", bedankte sich Burghardt.. (MM)

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