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Filmdreh: Radfahrlegende ist der Star

 

Der 86-jährige Täve Schur hat vor den Kameras des MDR noch einmal kräftig in die Pedale getreten. Für die Sendung „Musik auf dem Lande“ kamen auch Rocker und Schlagersänger nach Drebach.

 

VON ANDREAS BAUER UND DIRK TRAUTMANN

 

DREBACH - Obwohl die Krokusse gerade verblüht sind, hat sich Drebach am Samstag noch einmal in bunter Pracht präsentiert. Bunt war vor allem das Programm beim sogenannten „Wiesen-Zinnober“, in dessen Rahmen auch Dreharbeiten des MDR-Fernsehens stattfanden. Für die Sendung „Musik auf dem Lande“ standen Schlager-Star Maxi Arland und „Die Dorfrocker“ aus Unterfranken vor der Kamera. Den größten Beifall erhielt jedoch Täve Schur. Zusammen mit den Musikern bildete der zweifache Weltmeister eine Promi-Auswahl und stellte bei einem Mannschaftszeitfahren unter Beweis, dass er auch mit 86 Jahren noch kräftig in die Pedale tritt.

 

„Fast so wie früher“, zollte Klaus Fischer am Streckenrand Respekt. Der Trainer des RSV 54 Venusberg, der oben am Ziel als Moderator fungierte, hatte Täve Schur schon als Kind die Daumen gedrückt. „1959 ist er bei ,Rund um Venusberg‘ DDR- Meister geworden. Dabei waren zehn 15-Kilometer-Runden auf einer Strecke zu meistern, die zu 100 Prozent aus Pflastersteinen bestand“, so Fischer. Bei seiner Rückkehr am Wochenende hatte die Radsport-Legende nur einen Kilometer zu absolvieren – und das auch noch auf Asphalt und vor Hunderten applaudierenden Fans. Oben angekommen, präsentierte sich Schur fit wie immer. Während Maxi Arland klagte, dass ihm „fast schwarz vor Augen“ wurde, meinte der zweifache Friedensfahrt-Gewinner: „Hier würde ich gern wohnen.“ Ein Umzug kommt aber wohl doch nicht in Betracht, denn mit seinen sieben Enkeln habe er genug zu tun.

 

Einige Hundert Besucher machten sich anschließend bei schönstem Frühlingswetter auf den Weg zur Drebacher Festwiese. Viele von ihnen waren nur wegen Täve Schur gekommen: „Ja, das ist einfach ein richtig schönes Wochenende“, sagte der Drebacher Heiko Hofmann und zählte auf: „Am Freitag hat Erzgebirge Aue gewonnen, heute ist das halbe Dorf auf den Beinen, das Wetter ist top – und ich habe am Tisch neben Täve Schur gesessen!“

 

Die Aufnahmen mit der Band „Dorfrocker“ zogen sich in die Länge, das Filmteam ließ den Song gleich fünf Mal für die Aufnahmen durchlaufen: die Band auf der Bühne, das feiernde Publikum dazu, und wieder und wieder erklang das neu geschriebene Drebachlied. Und die „Maskendamen“ puderten vor jeder Aufnahme den Musiker und Moderator Maxi Arland.

 

Nicht nur viele Einheimische kamen auf die Festwiese, auch einige „Uhiessche“ wie die Rochlitzerin Christa Kühn und Gunter Gleißberg aus Geringswalde bei Waldheim waren bei der MDR-Aktion mit dabei: „Eigentlich bin ich wegen der Krokusse gekommen, aber ich freue mich auf Täve Schur. Ihm habe ich zu Friedensfahrt-Zeiten an der B 175 zugejubelt.“ Und Gunter Gleißberg „verwirklichte einen Traum“: Krokusse gucken, wandern gehen und Täve treffen an einem Tag.

 

DIE SENDUNG „Musik auf dem Lande“ wird am 28. April, 20.15 Uhr ausgestrahlt. Auf der Homepage der Gemeinde Drebach werden ab Mitte der Woche Fotos vom Dreh zu sehen sein. www.gemeinde-drebach.de

 

Bildtext: Fünf Anläufe brauchte die Band „Dorfrocker“, ehe das Drebachlied im Kasten war. FOTO: MAIK BOHN

 

Bildtext: Nach dem Zeitfahren war Täve Schur (links) die Anstrengung kaum anzumerken. Er machte seine Späße mit Maxi Arland. FOTO: ANDREAS BAUER

 

 

Bildtext: Klaus Fischer, Vorsitzender und Cheftrainer des RSV Venusberg, übergab einen Blumenstrauß an Täve Schur. FOTO: DIRK TRAUTMANN

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