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Sprint am Schlussanstieg wird belohnt

 

Einmal pro Jahr stehen auf dem Sachsenring nicht die Motorradfahrer im Rampenlicht, sondern die Radsportler. Mit Sten Brückner durfte sich bei der 65. Auflage dieses Klassikers ein Vertreter des RSV 54 Venusberg über Platz 1 freuen.

 

VON ANDREAS BAUER

 

HOHENSTEIN-ERNSTTHAL - Auf zwei Rädern über den Sachsenring zu jagen, ist eigentlich nichts Besonderes. Schließlich dient der 3,6 Kilometer lange Straßenkurs als Motorrad-Grand-Prix-Rennstrecke, die regelmäßig die Massen fasziniert. Allerdings bietet sich dem Publikum jeden Ostersamstag ein außergewöhnliches Szenario, denn dann sind die Sportler auf dem Asphalt ohne zusätzliche PS unterwegs. Statt mit Maschinen begeben sie sich im Sattel ihrer Rennräder auf die Jagd nach der Bestzeit. Auf diese hatte es diesmal auch Sten Brückner vom RSV 54 Venusberg abgesehen – und im Jedermann-Rennen setzte er sein Vorhaben in die Tat um.

 

„Es war eine tolle Teamleistung“, sagt Trainer Klaus Fischer über den Erfolg im ersten Rennen des Tages. Als wichtig erwies sich nicht nur die Sprintstärke von Brückner, sondern auch die mannschaftsdienliche Fahrweise seines Vereinskollegen Paul Auerbach. Der gerade erst zum RSV gestoßene Fahrer, der am Ende Platz 8 belegte, hielt laut Fischer „das Tempo der achtköpfigen Spitzengruppe hoch, um Überraschungsangriffe zu vermeiden“. So konnte Sten Brückner Kraft sparen und in der letzten der fünf Runden Vollgas geben. „Am Schlussanstieg ergriff er die Initiative und forcierte nochmals das Tempo“, berichtet Venusbergs Trainer, der sich auf der langen Zielgeraden keine Sorgen mehr um den Sieg machen musste. Es war ein starker Auftakt für seinen Verein, dem allerdings keine weiteren Podestplätze mehr folgen sollten.

 

In den anderen Altersklassen wurde deutlich, dass sich starke Teilnehmer aus mehreren Bundesländern den 65. Radklassiker nicht entgehen lassen wollten. „Es waren sehr große Starterfelder. Außerdem warteten mit den niedrigen Temperaturen und dem heftigen, teils böigen Wind schwierige Bedingungen“, berichtet Klaus Fischer. Allein bei den Schülern waren 90 Fahrer am Start. Nach den sechs zu bewältigenden Runden überzeugte der tapfer kämpfende Magnus Findeisen mit einem ordentlichen 38. Rang. Axel Hunger wurde dagegen vorzeitig aus dem Rennen genommen.

 

In der 80-köpfigen Schüler-Konkurrenz musste Maxime Glöckner das Feld vorzeitig ziehen lassen. Auch Marius Hofmann verabschiedete sich bald aus dem immer weiter schrumpfenden Hauptfeld, sodass der RSV 54 am Ende nur noch auf zwei Hoffnungsträger bauen konnte. Und diese bewältigten die Herausforderung mit achtbaren Ergebnissen. Sowohl Moritz Kretschy (20.) als auch Giovanni Schmieder (24.) schlugen sich nach Einschätzung ihres Trainers gut: „Es ist nicht außer Acht zu lassen, dass sie die zwölf schweren Runden als Jahrgangsjüngste zu meistern hatten.“

 

Die letzte Chance, noch einmal ganz vorn mitzumischen, bot sich den Erzgebirgern im Wettbewerb der Junioren über 15 Runden. „Als das Feld in der zweiten Rennhälfte ernst machte, verlor zunächst Christian Schröder den Kontakt. Später stieg auch Robin Wagler völlig ausgepumpt vom Rad“, schildert Klaus Fischer den wenig verheißungsvollen Ablauf. Doch immerhin hielt Dominik Olomek die Fahne für den RSV 54 hoch. Anfangs zur Spitze gehörend, erreichte er als 13. mit der Verfolgergruppe das Ziel. (mit kfis)

 

Bildtext: Sten Brückner, Axel Hunger, Magnus Findeisen, Robin Wagler, Giovanni Schmieder und Maxime Glöckner (von links) vertraten auf dem Sachsenring die Farben des RSV 54 Venusberg. Trotz aller Bemühungen schaffte es lediglich Brückner als Sieger des Jedermann-Rennens aufs Treppchen. FOTO: THOMAS FRITZSCH

 

 

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