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Sieben Medaillen trotz unzureichender Vorbereitung

 

Die Radsportler des Erzgebirges haben auf der Bahn in Leipzig einige Titel eingesammelt. Sauer ist ein Trainer dennoch.

 

VON THOMAS SCHMIDT

 

VENUSBERG - Die Erfolgsquote des RSV Venusberg zu den diesjährigen Bahnmeisterschaften des Freistaates Sachsen auf der Leipziger Radrennbahn kann sich sehen lassen. Allerdings hielt sich der Verband nicht an den seit mehreren Jahren bestens funktionierenden Ablaufplan. „Statt die Titelkämpfe an zwei Tagen auszutragen, wurden sie auf einen zusammengepfercht. Deshalb gab es leider nur eine Omniumsmeisterschaft“, beklagte sich Venusbergs Verantwortlicher Klaus Fischer.

 

„Seitens der verantwortlichen Trainer aus den Reihen der Ausrichter wurden aus angeblichen Zeitgründen nicht nur die zwei Tage, sondern auch alle Zeitfahrdisziplinen gestrichen“, fügte er hinzu. Unschön ist dies speziell für die Nachwuchssportler, die diese Wettbewerbe zum Erfüllen der Kadernorm brauchen. „Wo sollen sie diese nachweisen“, fragt Fischer auch angesichts der gesperrten Radrennbahn in Chemnitz.

 

Aufgrund der zuletzt genannten Tatsache gingen seine Athleten ohnehin ungenügend vorbereitet in diese Meisterschaft. Dennoch schlugen sich die RSV-Teilnehmer mehr als ordentlich. Vor allem die beiden Juniorinnen trumpften auf. Sie sicherten dem Venusberger Verein vier Medaillen. Eva Luca gewann jeweils Gold im Omnium und im Punktefahren. Maria Forkel überraschte bei ihrem ersten Auftritt auf der Bahn dahinter jeweils mit Silber. Insbesondere im Punktefahren über 24 Runden überlistete sie ihre Konkurrentinnen, als sie sich nach zwei Dritteln mit einem Überraschungsantritt an die Spitze setzte und die restlichen Runden mit Hilfe ihrer Teamkameradin als Solisten absolvierte. „Dass uns in dieser Disziplin ein Doppelerfolg gelingt, war nicht zu erwarten“, so Fischer.

 

Anderen war solch ein Auftritt nicht vergönnt. Junior Robin Wagler hatte keine Chance vorn mitzumischen. Im kleinen Feld reichte es im Omnium nur zu Platz 8. Mountainbiker Colin Rudolph hingegen überraschte in der U 13. Mit zweiten Plätzen über 100 Meter und 500 Meter sowie Platz 5 im Punktefahren, sicherte er sich im Omnium Silber.

 

Tragisch verlief der Wettbewerb der Jugend. Bereits in der ersten Disziplin, dem Scratch über 16 Runden, kam es im Endspurt zu einem Sturz. Ein Dresdner löste ihn 20 Meter vor der Ziellinie aus und riss die RSV-Fahrer Moritz Kretschy und Giovanni Schmieder mit. Schmieder konnte zu weiteren Wettbewerben antreten, doch für den verletzten Kretschy war der Renntag vorzeitig beendet. In der Omniumwertung schaffte so Marius Hofmann mit Platz 8 das beste RSV-Resultat, Giovanni Schmieder folgte dahinter.

 

Bei den U-11-Mädchen überzeugte Eufemia Schmieder im kleineren Teilnehmerfeld mit drei Disziplinsiegen und dem Titel. Dem ließen im abschließenden Vierer-Mannschaftswettbewerb der U 13 die Venusberger nochmals Bronze folgen. Obwohl Colin Rudolph, Luke Richter und Gianna Schmieder nur als Trio starten konnten, reichte es über 2000 Meter zu Rang 3. (mit kfis)

 

 

Bildtext: Die erfolgreichen RSV-Juniorinnen: Eva Luca (oben) und Maria Forkel holten jeweils Gold und Silber. FOTO: KLAUS FISCHER

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