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Venusberg feiert seinen zweiten Weltmeister

 

Radsport: Colin Rudolph trägt bei U-19-WM zu Weltrekord und Titel bei

 

Venusberg - Weil noch andere Wettbewerbe auf dem Programm stehen und der Flieger in die Heimat erst am Dienstag abhebt, ist Colin Rudolph noch in Kolumbien. Doch der Radsportler des RSV 54 Venusberg, der bei der U-19-Bahn-Weltmeisterschaft in Cali die deutschen Farben vertritt, ist in der Heimat schon jetzt gefeiert worden. Schließlich konnte sich Rudolph mit seinen Mannschaftskollegen den Titel im Teamsprint sichern. „Nach Moritz Kretschy, der 2019 bei der Junioren-WM Gold in der Mannschaftsverfolgung gewonnen hat, haben wir jetzt unseren zweiten Weltmeister auf der Bahn“, sagt der Venusberger Trainer Klaus Fischer voller Stolz.

Zusammen mit dem Brandenburger Pete-Collin Flemming und Jakob Vogt aus Thüringen erkämpfte Rudolph Gold vor China und Belgien. „In der Qualifikation waren die Deutschen mit knapp 60 km/h in 45,69 Sekunden auf Platz 3 gefahren. Hier kam allerdings als dritter Fahrer Niklas Holfeld zum Einsatz, um andere zu schonen“, berichtet Fischer, der via Internet im Livestream immer auf dem Laufenden blieb. So erlebte er den Sieg in der ersten Runde gegen Italien live mit, als das Trio mit einem neuen Weltrekord von 43,789 Sekunden glänzte. Laut Fischer ist der auch ein Verdienst von Colin Rudolph, denn der ehemalige Mountainbiker aus Görsdorf, einem Ortsteil von Pockau-Lengefeld, sei der perfekte Anfahrer: „Auf dieser Position ist der schnellste U-19-Fahrer in Deutschland.“

 

 

Im großen Finale war Rudolphs Explosivität dann gegen China gefragt. „Ein überaus harter Brocken, doch auch diese Hürde wurde dank einer wiederum perfekten Leistung von Rudolph, Flemming und Vogt erfolgreich gemeistert“, berichtet Fischer, der bis spät in die Nacht hinein aufblieb. Wegen des Zeitunterschieds war es bereits 3 Uhr morgens, als im Wohnzimmer des Trainers ein lauter Jubelschrei ertönte. Die Grüße, die er und viele Vereinskollegen kurz zuvor per Handy nach Kolumbien geschickt hatten, halfen. Mit einer Zeit von 44,256 Sekunden hatte das deutsche Trio 0,3 Sekunden Vorsprung. „Glückwunsch an das komplette Team mit Sportlern, Betreuern und Trainern“, sagt Fischer, der speziell seinem Schützling daheim einen großen Empfang bereiten will. Stattfinden wird der aber wohl erst im Oktober. |anr/kfis