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Cross-Spezialist erklimmt DM-Podest

 

Schlamm und Eis haben bei den Deutschen Cross-Meisterschaften der Radsportler für widrige Bedingungen gesorgt. Damit wussten die Starter des RSV 54 Venusberg aber bestens umzugehen. Vor allem bei einem Erzgebirger war die Freude groß.

 

Von Andreas Bauer

 

Venusberg - Dem Gesicht von Klaus Fischer ist die Erleichterung deutlich anzusehen. „Endlich Pause“, sagt der Trainer des Venusberger Radsportvereins nach zahlreichen Wochenenden voller spannender Querfeldein-Rennen. Genauso ist dem Erzgebirger aber auch Stolz anzumerken, denn seine Schützlinge haben sich diese Pause mit tollen Ergebnissen redlich verdient. Vor allem zum Abschluss konnten die Venusberger bei der Deutschen Cross-Meisterschaft noch einmal glänzen. Im hessischen Bensheim schafften es gleich vier von ihnen unter die Top Fünf, einer durfte sogar Silber bejubeln. Und das, obwohl das Wetter die Sportler vor extreme Herausforderungen stellte. 

„Die Teilnehmer wurden bis an ihre Leistungsgrenze gefordert, um die Titelkämpfe zu überstehen“, berichtet Fischer. War der erste Wettkampftag von Schlammpassagen geprägt, in denen die Teilnehmer teils knöcheltief versanken, so machte den Fahrern am zweiten Tag der durch den Nachfrost vereiste Boden zu schaffen. Alwin Beyer war das egal. Im Wettbewerb des 30-köpfigen Junioren-Feldes, das fünf Runden zu absolvieren hatte, war der RSV-Starter von Anfang an vorn dabei – wie Zwillingsbruder Oscar Beyer und der dritte RSV-Starter, Jan Prell. „Aufgrund der erfolgreich absolvierten Bundesligarennen waren sie hochmotiviert. Allen drei gelang aus der ersten Startreihe ein blendender Auftakt“, so Fischer.

 

Noch im Lauf der ersten Runde übernahm Alwin Beyer die Führung und verteidigte diese drei Runden lang, ehe Niclas Look (Team Syntaxe XC) zu ihm aufschloss. „Beide lieferten sich harte Positionskämpfe an der Spitze. In der Schlussrunde konnte sich Look dann leicht absetzen“, schildert der RSV-Trainer einen packenden Zweikampf um den Titel. Obwohl sein Schützling diesen mit sechs Sekunden Rückstand letztlich knapp verlor, war bei Alwin Beyer sowie allen mitgereisten Angehörigen und Verantwortlichen die Freude über Silber groß. Beinahe hätte Oscar Beyer das Medaillen-Double perfekt gemacht, da er sich lange auf Position 3 behauptete. Am Ende kam er aber als Vierter ins Ziel. Wegen technischen Problemen fiel Jan Prell, der zweimal sein Rad wechseln musste, etwas zurück. „In den letzten beiden Runden zündete er aber noch einmal den Turbo und startete eine tolle Aufholjagd. Am Ende kam er bis auf zwei Sekunden an Oscar Beyer heran und erfüllte mit Rang 5 die Erwartungen“,so Fischer.

 

Im U-23-Wettbewerb spielte sich auf dem anspruchsvollen 2,6-Kilometer-Rundkurs im Bensheimer Sportpark bei Temperaturen leicht über dem Gefrierpunkt eine regelrechte Schlammschlacht ab. „Viele ansonsten befahrbare Streckenabschnitte wurden durch den schlammigen Untergrund zu Laufpassagen und trieben die Sportler an ihre Leistungsgrenzen“, erläutert Fischer nicht das einzige Problem. Da dem Kampfrichter bei der Startaufstellung nicht die aktuellen Ranglisten vorlagen, blieb Toni Albrecht ein Platz in der ersten Startreihe verwehrt. Dennoch machte er rasch Boden gut. Wie schwierig die Bedingungen waren, zeigen die zwölf Radwechsel, die im Laufe des Rennens nötig waren. Vater Ron Albrecht hatte als Mechaniker somit Schwerstarbeit zu verrichte. Doch die meisterte er ebenso gut wie sein Sohn, der sich für seine tolle Leistung mit DM-Rang 5 belohnte.

 

Komplettiert wurde das Venusberger Aufgebot durch Elias Morgenstern, dem nur eine Rennmaschine zur Verfügung stand. „Damit war sein vorzeitiges Aus bei diesen Bedingungen abzusehen“, sagt Fischer, der dennoch auch die Leistung des zweiten U-23-Starters hervorhebt. Zwei Runden lang habe sich Morgenstern auf Position 14 behauptet, ehe er dann doch aufgrund der extremen Bedingungen aufgeben musste. Dies änderte aber nichts an Fischers Bilanz: „Das war ein phänomenaler Auftritt unserer Jungs.“ (anr/kfis)

 

Zitat:

„Die Teilnehmer wurden bis an ihre Leistungsgrenze gefordert.“ Klaus Fischer Trainer