Als Quereinsteiger zur Cyclocross-Weltmeisterschaft
Zunächst ist Jan Prell auch gelaufen und geschwommen. Inzwischen ist der 17-Jährige im Radsattel äußerst erfolgreich - auch dank der guten Betreuung beim RSV 54 Venusberg.
Von Andreas Bauer
Venusberg - Im niederländischen Hulst haben die besten Querfeldein-Spezialisten unter den Radsportlern um die Medaillen der Weltmeisterschaften im Cyclocross gekämpft. Zum 60-köpfigen Feld der U19-Junioren gehörte mit Jan Prell ein Vertreter des RSV 54 Venusberg, der das beste Ergebnis aus deutscher Sicht erreichte. Der 17-Jährige krönte damit eine Erfolgsgeschichte, die in einer anderen Sportart und in einem anderen Verein begann.
Angefangen hat Prell als Triathlet bei der Radunion Halle, wo er auch wohnt. Erst 2025 wechselte der Gymnasiast auf die Straße und schloss sich zunächst dem SC DHfK Leipzig an. Optimale Betreuung fand der Saalestädter aber erst beim RSV 54 Venusberg, zu dem er dank seiner guten Kontakte zu den Beyer-Zwillingen Oscar und Alwin wechselte. Nach einem Fersenbruch, der seine Straßensaison vorzeitig beendete, begann im September die Vorbereitung auf die Cross-Saison, die Prell öfter ins Erzgebirge führte.
Die intensiven Übungseinheiten inklusive Trainingslager zahlten sich aus, denn schon bei den Bundesligarennen schaffte er es mehrfach aufs Podest. Belohnt wurde der Neu-Venusberger mit der Nominierung für drei Weltcup-Rennen, bei denen er ebenfalls überzeugte. Bei der Deutschen Meisterschaft in Bensheim wurde er dagegen von Wetter, Stürzen und Materialdefekten ausgebremst, sodass „nur“ Rang 5 zu Buche stand. In den Niederlanden konnte Prell vor einer überwältigenden Zuschauerkulisse wieder sein Können unter Beweis stellen.
Schwierig ging es auch bei der WM zu, denn die Deutschen wurden in hintere Startreihen eingeordnet. „Wie immer überließ Jan nichts dem Zufall, nahm vor dem Start noch einen Streckentest und wechselte auf ein anderes Reifenprofil, was sich als richtige Entscheidung erwies“, berichtet RSV-Trainer Klaus Fischer. Die wechselnden Streckenbedingungen waren mit den Rädern ebenso problemlos zu meistern wie die knackigen Anstiege und Abfahrten. Der Hallenser Betreuer Sven Zechner, der für eventuelle Radwechsel bereitstand, hatte einen entspannten Tag. Am Ende freute er sich mit Jan Prell, der nach fünf Runden als 37. ins Ziel kam. (anr)
Zitat:
„Wie immer überließ Jan nichts dem Zufall.“ Klaus Fischer Trainer RSV 54 Venusberg