Gelenauer Rad-Ass bekommt Profivertrag
Mit dem Gewinn der Tour de Rwanda hat Moritz Kretschy im März ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Nun folgt die Belohnung von seinem Team, mit dem der Radsportler aus Gelenau noch viel
vorhat.
Venusberg - Die alljährliche Radwanderung des RSV 54 Venusberg hat auch diesmal für strahlende Gesichter gesorgt. Rund 70 Teilnehmer, darunter sogar Vertreter aus Chemnitz und Jena, waren diesmal
der Einladung des erzgebirgischen Radsportvereins gefolgt. Unter strahlend blauem Himmel genossen sie die 15 Kilometer lange Tour rund um Venusberg, wobei nicht nur die schöne Landschaft
faszinierte. Für alle war es auch ein Erlebnis, sich mit einem frischgebackenen Profi auszutauschen. Die Rede ist von Moritz Kretschy, der vom NSN Cycling Team für seine Leistungen mit dem
Aufstieg in die World-Tour belohnt wurde.
Zusammen mit Pepe Albrecht, der als junger Hoffnungsträger für das Team Rembe rad-net unterwegs ist, schrieb Kretschy fleißig Autogramme und hatte viel zu erzählen – über seine Erlebnisse, aber
vor allem über die Zukunft. Schon bislang habe er vom Radsport leben können, aber durch den frisch unterzeichneten Profivertrag – zu seinem 24. Geburtstag hätte es kaum ein schöneres Geschenk
geben können – wird seine Karriere nun auf ein neues Level gehoben. „Als Starter der World-Tour kann ich jetzt auch an den ganz großen Rundfahrten teilnehmen“, erklärt der gebürtige Gelenauer,
der inzwischen in Chemnitz wohnt und fast täglich bis zu fünf Stunden trainiert. In diesem Jahr seien der Giro d‘Italia, die Tour de France und die Vuelta zwar noch kein Thema. „Aber nächstes
Jahr hoffe ich, bei einer dieser Rundfahrten dabei zu sein“.
Sein Triumph in Afrika, wo er im März die Tour de Rwanda gewann, sei ein „guter Wegweiser“ gewesen. Aber den Aufstieg sieht der 24-Jährige als Würdigung für seine gesamte Entwicklung, zu der
unter anderem der Junioren-Weltmeistertitel in der Mannschaftsverfolgung (2019) gehört. Nun will der Deutsche Berg-Meister von 2024 auf höchster Ebene angreifen. Beim Copenhagen Sprint wird er am
14. Juni in Dänemarks Hauptstadt seinen Einstand auf der World-Tour geben. „Dort ist es flach. Da werde ich wahrscheinlich als Helfer zum Nachfahren oder Kontrollieren des Feldes gebraucht“.
(anr)