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Venusberger brennen auf Wiedergutmachung

 

Bei der Deutschen U23-Meisterschaft wollen die Erzgebirger für Furore sorgen. Groß ist die Motivation auch deshalb, weil es beim letzten Rennen alles andere als wunschgemäß für sie lief.

 

Von Andreas Bauer

 

Venusberg - Mit internationaler Konkurrenz bekommen es am Sonntag die Radsportler des RSV 54 Venusberg zu tun. Bei der Vier-Nationen-Meisterschaft in Hosingen in Luxemburg treffen sie nicht nur auf Konkurrenten des Gastgeberlandes, sondern auch aus Österreich und der Schweiz. Doch es geht nicht nur um den Gesamtsieg. Ermittelt werden zugleich die jeweiligen U23-Meister aller vier Länder. Dank einer möglichen doppelten „Belohnung“ gehen die Erzgebirger also hoch motiviert auf die 132 Kilometer lange Strecke, zumal sie auf Wiedergutmachung aus sind.

 

Als die deutsche Radsportprominenz vor einer Woche ihre nationalen Meister auf der Straße sowie im Einzelzeitfahren ermittelte, hielten sich die Erwartungen der Venusberger von vornherein in Grenzen. Neben der elitären Konkurrenz warteten beim Zeitfahren im thüringischen Streufdorf auch Temperaturen um die 35 Grad Celsius. „Da musste jeder an seine Leistungsgrenze gehen“, sagt RSV-Trainer Klaus Fischer. In der Profi-Klasse waren 41 Kilometer zu meistern, die Nils Politt als souveräner Sieger meisterte. Mit Rang 17 erreichte auch der Ex-Venusberger Felix ein achtbares Ergebnis. In der U23-Wertung wurde RSV-Talent Pepe Albrecht (Rembe rad-net) 26., während sich Bruder Toni Albrecht mit Rang 56 begnügen musste. „Bei ihm lief an diesem Tag alles schief. So fiel der Computer schon auf der Startrampe aus. Auf der Strecke verlor er auch noch das Visier seines Helms“, so Fischer. Bei den U23-Frauen glänzte RSV-Fahrerin Pia Grünewald (LKT-Team Brandenburg) mit Rang 9.

 

Das Straßenrennen wurde im thüringischen Bad Liebenstein ausgetragen. Auf einer laut Fischer „superschweren 27,3-Kilometer-Runde“ war in der U 19 der Venusberger Jan Prell zunächst Teil einer Ausreißergruppe. „Äußere Einflüsse machten das erhoffte Wunder aber unmöglich“, sagt der RSV-Trainer über seinen Schützling, der nach einem Gewitter auf nasser Fahrbahn stürzte und später aufgrund eines Schlaglochs durch einen Hinterradplatten ausgebremst wurde.

 

Trotz dieser Hindernisse kämpfte sich Jan Prell aber wieder in eine Verfolgergruppe und überquerte nach 3:35 Stunden als DM-Siebenter die Ziellinie. „Eine gebührende Belohnung“, so Fischer, der bei den Männern allerdings weniger Grund zur Freude hatte. Toni Albrecht und Elias Morgenstern mussten der großen Hitze schon nach zwei Runden mächtig Tribut zollen und stiegen vorzeitig vom Rad. Pepe Albrecht hielt zwei Runden länger durch, nach der vierten Schleife war aber auch für ihn Schluss. Nun wollen es die Erzgebirger in Luxemburg besser machen. (anr)